Caritasverband für die Stadt Münster e.V., 06.03.2012

"Da geht einem das Herz auf"

Familien mit kleinen Kindern: Wie die Caritas früh hilft

Münster. Kindern in Münster einen guten Start ins Leben ermöglichen und Familien stärken. Das möchte der Caritasverband für die Stadt Münster mit seinen Projekten Starthilfe und Familienpaten. Unterstützt von der Caritas GemeinschaftsStiftung im Bistum Münster bieten sie Familien so genannte „Frühe Hilfen“. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz informierten Caritas Münster und Gemeinschaftsstiftung über erste Erfahrungen und Fördermöglichkeiten.

Wenn sich Babys und ihre Eltern plötzlich wieder „verstehen“, dann geht Diplom-Sozialpädagogin Petra Kreuter das „Herz auf“. Seit Oktober vergangenen Jahres berät sie im Projekt Starthilfe Eltern mit Kindern, die scheinbar ohne Ursache sehr häufig schreien, sich nicht beruhigen lassen, nicht essen oder trinken wollen. „Das bedeutet extremen Stress für alle Seiten“, weiß die Expertin. Doch die Caritas-Mitarbeiterin sucht nach den positiven Momenten, um die Situation wieder zu entspannen. Bei bereits 24 Familien hielt sie diese mit der Videokamera fest und bestärkte die  Eltern, darauf aufzubauen. Gleichzeitig berät die Expertin die Familien, wie sich die Beziehung zum Kind weiter festigen lässt.

„Die Bedeutung einer positiven Bindung im ersten Lebensjahr ist gar nicht hoch genug einzuschätzen“, sagt Caritas-Abteilungsleiter Dr. Ralf Kaisen. Oft genügten bereits fünf Sitzungen, um Teufelskreise zu beenden. Bei sieben Familien ist die Beratung schon erfolgreich abgeschlossen. „Wir wollen die Selbsthilfekräfte der Familie unterstützen und vorbeugend wirken“, betont der Vorstandssprecher des Caritasverbandes für die Stadt Münster, Michael Hartleif.

Das gilt auch für die Caritas-Familienpaten in Münster, die es seit dem Herbst 2010 gibt. Rund 60 Personen – von der Studentin bis zum Rentner - engagieren sich ehrenamtlich für Familien. „Wir sind vom Erfolg selbst überrascht“, freut sich Dr. Kaisen über die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Die Paten erledigen Besorgungen, unterstützen bei Behördengängen, helfen bei Hausarbeiten der Kinder und beraten bei schwierigen Gesprächen mit dem Vermieter oder Ämtern.

Die Frühen Hilfen des Caritasverbandes für die Stadt Münster werden von der CaritasGemeinschaftsstiftung finanziell unterstützt. Wie deren Geschäftsführerin Sabine Kott auf der Pressekonferenz berichtete, fördert die Stiftung Initiativen für Frühe Hilfen im Bistum mit 42.000 Euro. „Wichtig ist uns, dass keine hohen Hürden bestehen, dass Hilfe angenommen wird.“ Das Angebot der Frühen Hilfen soll flächendeckend im Bistum Münster ausgebaut werden. „Wir bieten fünf weitere Projektförderungen in Höhe von je 2000 Euro an.“ Caritas- und Fachverbände im Bistum Münster können sich für die Projektförderung bewerben – damit Kindern der Start gelingt.

 

Bildzeile: Starthilfe-Projektleiterin Petra Kreuter, der Vorstandssprecher des Caritasverbandes für die Stadt Münster, Michael Hartleif, und Sabine Kott, Geschäftsführerin der Caritas GemeinschaftsStiftung im Bistum Münster (von links) informierten über „Frühe Hilfen“.

 

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