Caritasverband für die Stadt Münster e.V., 25.04.2012

Vorlesepatin wird schon sehnlich erwartet

In der Kita Miriam wird lebendige Sprachkultur gepflegt

In diesem Jahr werden in der „Woche für das Leben“ das Miteinander und die Solidarität der Generationen hervorgehoben. Beispiele für Leben, Arbeiten und gegenseitige Unterstützung mit und zwischen den Generationen bei der Caritas Münster zeigt eine kleine Serie.

 

 

Münster. Ida und Stefan haben es sich in einer Kuschelecke in der Kindertagesstätte Miriam gemütlich gemacht. Sie lehnen sich an Rosemarie Heinrichs an, verfolgen gebannt die Geschichte, die die ältere ehrenamtliche Mitarbeiterin aus einem Bilderbuch vorträgt. Ein Elefant fesselt die Aufmerksamkeit von Stefan. Dass er ein solches Tier schon einmal im Zirkus gesehen habe, aufgeregt berichtet es der Steppke. Schnell entwickeln sich neue Geschichten aus dem Bilderbuch heraus.

Im Alltag der Kita Miriam spielt die Förderung einer lebendigen Sprach- und Erzählkultur eine große Rolle. Denn je mehr einem Kind vorgelesen wird, desto besser entwickelt es sich, so das Fazit einer Studie der Stiftung Lesen. Hierzu waren bundesweit 500 Kinder und Jugendliche nach ihren Vorlese-Erfahrungen befragt worden. Besonders deutlich zeigte sich der Vorlese-Vorteil in den schulischen Leistungen von Kindern aus Elternhäusern mit einfacher Bildung. In den Fächern Deutsch und Mathe haben „Vorlese-Kinder“ bis zu 0,4 Notenpunkte bessere Ergebnisse als Kinder, denen nicht vorgelesen wurde.
„Ich habe den Aushang nach einer Vorlesepatin beim Gemüsehändler entdeckt“, berichtet Rosemarie Heinrichs, die in der Nähe der Kita Miriam der Caritas Münster in Angelmodde wohnt. „Oh, das ist etwas für mich“, war sich die gelernte Erzieherin schnell sicher. Vorher hatte sie auch schon einmal für die Blindenhörbücherei Tonträger besprochen. Doch der direkte Kontakt mit den Kindern der Gruppe Wühlmäuse in der Kita liege ihr mehr.

Kita-Leiterin Annegret Rüter legt großen Wert auf Beziehungen zwischen Kindern und älteren Menschen, denn nur so könne sich Respekt zwischen den Generationen entwickeln. Da einige Jungen und Mädchen in der Kita keine Großeltern vor Ort haben, freut sie sich über das Angebot von Rosemarie Heinrichs auch unter diesem übergreifenden Gesichtspunkten, zumal es bei den Kindern bestens ankommen. „Die fliegen darauf.“
Ida und Stefan genießen die Nähe beim Vorlesen. Sie lassen sich gerne auf Geschichten-Abenteuer ein, warten zuweilen schon an der Tür auf die Patin. In der Kindertagesstätte Miriam profitieren aber auch Kinder mit Migrationshintergrund von dem Angebot. Über die Bilder kommen sie ins Sprechen, verbessern so ihre Deutsch-Kenntnisse. Wichtig ist es Rosemarie Heinrichs auch, dass die noch sehr jungen Kinder lernen, sorgsam mit den Büchern umzugehen. In der  Kindertagesstätte werden so entscheidende Weichen für die Leselern-Laufbahn gelegt, Respekt vermittelt und das soziale Verhalten von Kindern positiv geprägt.

 

 

Bildunterschrift : Ida und Stefan verfolgen aufmerksam die Geschichte, die Vorlesepatin Rosemarie Heinrichs in der Caritas-Kindertagesstätte Miriam vorträgt.

 

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