Fachleute setzen auf Frühe Hilfen
Unterstützung für Eltern und kleine Kinder
Münster-Gievenbeck. Kinderärzte,
Pädagogen, Erzieherinnen, Hebammen und Vertreter der Stadt wollen sich in
Gievenbeck noch besser vernetzen, um Kleinkindern früh einen guten Start zu
ermöglichen und Eltern zu unterstützen. Dies ist ein Ergebnis des Fach-Workshops
mit 45 Teilnehmern zum Thema „Frühe Chancen und frühe Hilfen in Gievenbeck“, zu
dem Birgit Bazan, als Stadtteilkoordinatorin „Frühe Hilfen“ Gievenbeck,
eingeladen hatte. Sie freute sich über die starke Resonanz: „Toll, dass dieses
Thema so viele interessiert.“
Das Treffen unter der Moderation von Eva-Maria Kaes im Fachwerk hatte zwei
Hauptziele: Teilnehmer aus dem Gesundheits- und dem pädagogischen Bereich
wollten sich und ihre Angebote kennenlernen und über Bedarfe von jungen und
werdenden Eltern austauschen. Auf dieser Grundlage kann perspektivisch
gemeinsam an einem Netzwerk „Frühe Hilfen“ im Stadtteil Gievenbeck für junge
Kinder gewebt werden. Bestehende und gut funktionierende Strukturen, wie der
„Pädagogische Arbeitskreis“, könnten so um einen weiteren Baustein ergänzt
werden.
In ihrem Einführungsvortrag wies Anke Landenberger vom Amt für Kinder,
Jugendliche und Familien der Stadt Münster darauf hin, dass Münster seit Jahren
auf präventive Angebote für Familien und ihre Kinder setzt. „Wir sind in
Münster sowohl auf der strategischen als auch auf der operativen Ebene im
Bereich der Frühen Hilfen gut aufgestellt, “ erläuterte sie anhand einiger
Beispiele, wie den Willkommensbesuchen zur Geburt eines Kindes oder dem Einsatz
der vier Stadtteilkoordinatoren „Frühe Hilfen“.
Eine Anstrengung, die sich lohnt. Denn Studien haben ergeben, dass Kinder und
deren Eltern besonders wirksam unterstützt werden können, wenn dies bereits in
der Schwangerschaft oder später in der Kleinkindphase geschieht. Dieser präventive
Ansatz der „Frühen Hilfen“ ist im neuen Bundeskinderschutzgesetz verankert.
Birgit Bazan gab dann einen kurzen Einblick in ihre Tätigkeit als
Stadtteilkoordinatorin Frühe Hilfen bei der Caritas vor Ort-Beratungsstelle
Gievenbeck. Salopp formuliert ist ihr Auftrag, dazu beizutragen, dass
frischgebackene Eltern schon früh die Angebote finden und nutzen, die sie
brauchen. Deshalb ist eine erste Bestandsaufnahme über alle Anbieter „Früher
Hilfen“ im Stadtteil in Arbeit. 80 Akteure stehen bisher auf ihrer Liste. Mit
vielen hat sie sich schon ausgetauscht. Im nächsten Schritt plant sie die
gesammelten Informationen Eltern und Akteuren zugänglich zur Verfügung stellen.
Der Prozess des Aufbaus einer stadtteilbezogenen Vernetzungsstruktur zum Thema
„Frühe Hilfen“ wird über das Programm „Anschwung für frühe Chancen“ der
deutschen Kinder- und Jugendstiftung und des Bundesministeriums für Familie,
Senioren, Frauen und Jugend unterstützt. Gievenbeck konnte daher für diesen
interprofessionellen Austausch eine externe Moderatorin, Eva-Maria Kaes
einladen.
„Es war eine Bereicherung einmal über den Tellerrand der eigenen Arbeit zu
schauen und andere Anbieter kennenzulernen“, war eine Rückmeldung. Und den
vielen Worten sollen auch Taten folgen. „In der Gruppenarbeit, während des
Workshops, sind tolle Ideen entstanden“, war am Ende zu hören. „Eine davon
wollen wir direkt umsetzen“. Angeregt wurde auch, eine gemeinsame
Internet-Seite mit einem Überblick über die vielfältigen
Unterstützungsmöglichkeiten für junge Eltern zu erstellen. Insgesamt sei der
Workshop ein erster Aufschlag gewesen – Fortsetzung folgt.
Intensiv arbeiteten die Teilnehmer unterschiedlicher Berufe im Fach Workshop
„Frühe Chancen und Hilfen in Gievenbeck“ zusammen. Die Veranstaltung war der
Auftakt, weitere Treffen sollen folgen.