Caritasverband für die Stadt Münster e.V., 25.05.2012

Fachleute setzen auf Frühe Hilfen

Unterstützung für Eltern und kleine Kinder

Münster-Gievenbeck. Kinderärzte, Pädagogen, Erzieherinnen, Hebammen und Vertreter der Stadt wollen sich in Gievenbeck noch besser vernetzen, um Kleinkindern früh einen guten Start zu ermöglichen und Eltern zu unterstützen. Dies ist ein Ergebnis des Fach-Workshops mit 45 Teilnehmern zum Thema „Frühe Chancen und frühe Hilfen in Gievenbeck“, zu dem Birgit Bazan, als Stadtteilkoordinatorin „Frühe Hilfen“ Gievenbeck, eingeladen hatte. Sie freute sich über die starke Resonanz: „Toll, dass dieses Thema so viele interessiert.“
Das Treffen unter der Moderation von Eva-Maria Kaes im Fachwerk hatte zwei Hauptziele: Teilnehmer aus dem Gesundheits- und dem pädagogischen Bereich wollten sich und ihre Angebote kennenlernen und über Bedarfe von jungen und werdenden Eltern austauschen. Auf dieser Grundlage kann perspektivisch gemeinsam an einem Netzwerk „Frühe Hilfen“ im Stadtteil Gievenbeck für junge Kinder gewebt werden. Bestehende und gut funktionierende Strukturen, wie der „Pädagogische Arbeitskreis“, könnten so um einen weiteren Baustein ergänzt werden.
In ihrem Einführungsvortrag wies Anke Landenberger vom Amt für Kinder, Jugendliche und Familien der Stadt Münster darauf hin, dass Münster seit Jahren auf präventive Angebote für Familien und ihre Kinder setzt. „Wir sind in Münster sowohl auf der strategischen als auch auf der operativen Ebene im Bereich der Frühen Hilfen gut aufgestellt, “ erläuterte sie anhand einiger Beispiele, wie den Willkommensbesuchen zur Geburt eines Kindes oder dem Einsatz der vier Stadtteilkoordinatoren „Frühe Hilfen“.
Eine Anstrengung, die sich lohnt. Denn Studien haben ergeben, dass Kinder und deren Eltern besonders wirksam unterstützt werden können, wenn dies bereits in der Schwangerschaft oder später in der Kleinkindphase geschieht. Dieser präventive Ansatz der „Frühen Hilfen“ ist im neuen Bundeskinderschutzgesetz verankert.
Birgit Bazan gab dann einen kurzen Einblick in ihre Tätigkeit als Stadtteilkoordinatorin Frühe Hilfen bei der Caritas vor Ort-Beratungsstelle Gievenbeck. Salopp formuliert ist ihr Auftrag, dazu beizutragen, dass frischgebackene Eltern schon früh die Angebote finden und nutzen, die sie brauchen. Deshalb ist eine erste Bestandsaufnahme über alle Anbieter „Früher Hilfen“ im Stadtteil in Arbeit. 80 Akteure stehen bisher auf ihrer Liste. Mit vielen hat sie sich schon ausgetauscht. Im nächsten Schritt plant sie die gesammelten Informationen Eltern und Akteuren zugänglich zur Verfügung stellen.
Der Prozess des Aufbaus einer stadtteilbezogenen Vernetzungsstruktur zum Thema „Frühe Hilfen“ wird über das Programm „Anschwung für frühe Chancen“ der deutschen Kinder- und Jugendstiftung und des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt. Gievenbeck konnte daher für diesen interprofessionellen Austausch eine externe Moderatorin, Eva-Maria Kaes einladen.
„Es war eine Bereicherung einmal über den Tellerrand der eigenen Arbeit zu schauen und andere Anbieter kennenzulernen“, war eine Rückmeldung. Und den vielen Worten sollen auch Taten folgen. „In der Gruppenarbeit, während des Workshops, sind tolle Ideen entstanden“, war am Ende zu hören. „Eine davon wollen wir direkt umsetzen“. Angeregt wurde auch, eine gemeinsame Internet-Seite mit einem Überblick über die vielfältigen Unterstützungsmöglichkeiten für junge Eltern zu erstellen. Insgesamt sei der Workshop ein erster Aufschlag gewesen – Fortsetzung folgt.


Intensiv arbeiteten die Teilnehmer unterschiedlicher Berufe im Fach Workshop „Frühe Chancen und Hilfen in Gievenbeck“ zusammen. Die Veranstaltung war der Auftakt, weitere Treffen sollen folgen.

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