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Stand: 08.06.2018

Aktuelles

"Klar für Gesundheit"

Stellten am Dienstag das Projekt 'Klar für Gesundheit' vor (von links). Claudius Voigt (GGUA), Thomas Schlickum, Vorstand Caritasverband für die Stadt Münster, Gesundheitsministerin Barbara Steffens, Stadträtin Cornelia Wilkens und der Leiter des städtischen Gesundheitsamtes, Dr. Norbert Schulze Kalthoff.Stellten am Dienstag das Projekt "Klar für Gesundheit" vor (von links). Claudius Voigt (GGUA), Thomas Schlickum, Vorstand Caritasverband für die Stadt Münster, Gesundheitsministerin Barbara Steffens, Stadträtin Cornelia Wilkens und der Leiter des städtischen Gesundheitsamtes, Dr. Norbert Schulze Kalthoff.

Klarheit über den Versicherungsschutz ist aber Voraussetzung für die Übernahme von Behandlungskosten durch die Krankenkassen.

 Eine neue Clearingstelle "Klar für Gesundheit" wird jetzt in Münster möglichst viele Betroffene in eine Krankenversicherung vermitteln. Die Stadt, die Gemeinnützige Gesellschaft zur Unterstützung Asylsuchender (GGUA) und der Caritasverband für die Stadt Münster wirken hier zusammen. Möglich wird das auf drei Jahre angelegte Modellprojekt, das im Oktober gestartet ist, durch eine Förderung des NRW-Gesundheitsministeriums in Höhe von 458 000 Euro.

"Der Zugang zur Gesundheitsversorgung ist nicht nur ein Menschenrecht, sondern auch eine  wesentliche Voraussetzung für eine gelingende Integration", betonte Gesundheitsministerin Barbara Steffens am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Münster. "Ich freue mich, dass die Gemeinnützige Gesellschaft zur Unterstützung Asylsuchender e.V. in Kooperation mit dem Caritasverband und der Stadt Münster dem Aufruf zur Einrichtung einer Clearingstelle gefolgt ist. Sie ergänzt das vorhandene Beratungs- und Hilfesystem der Stadt und leistet einen Beitrag zur Vermeidung von sozialer Ausgrenzung", so Steffens weiter.

Stadträtin Cornelia Wilkens berichtete, dass rund 700 Personen aus dem EU-Raum in Münster über keinen Versicherungsschutz verfügen. Eine hohe Dunkelziffer werde vermutet. Bereits das Migrationsleitbild 2008 sah vor, dass diese Menschen einen uneingeschränkten Zugang zum Gesundheitssystem erhalten sollen. "Wir danken dem Land, dass es dieses neue Angebot ermöglicht hat."

Claudius Vogt betonte für die GGUA, dass viele "heimliche Menschen" zu spät Ärzte und Krankenhäuser aufsuchen, weil sie befürchteten, dass dann Abschiebung drohe. "Wir sind deshalb froh, dass wir die Malteser Migranten Medizin haben." Jetzt gehe es darum, vielen Menschen Zugang zum Gesundheitssystem zu verschaffen.

 "Für manche Flüchtlinge gilt es den aufenthaltsrechtlichen Status zu klären, um ihnen und ihren Familien einen Versicherungsanspruch gegenüber einer Krankenkasse zu verschaffen. Möglicherweise bestand ein Versicherungsschutz im Heimatland. Es kann auch versucht werden, über eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung oder Ausbildung oder ein Studium eine Krankenversicherungspflicht zu begründen", erläuterte Thomas Schlickum, Vorstand des Caritasverbandes für die Stadt Münster. Seit langem kümmere sich die Caritas um Menschen ohne Versicherungsschutz im Migrationsdienst. Das Engagement des Landes sei deshalb besonders zu begrüßen.

Die Projektpartner schaffen mit der Clearingstelle keine neuen Einrichtungen. Sie arbeiten schon seit vielen Jahren mit Flüchtlingen und EU-Bürgern und bauen ihre Beratung aus. Der Caritasverband wird sich vorrangig auf die Gruppe der EU-Bürger konzentrieren. Die GGUA wendet sich vor allem an Flüchtlinge und Menschen ohne regulären Aufenthaltsstatus. Das Gesundheitsamt übernimmt koordinierende Tätigkeiten und betreut einen Beirat, der die Arbeit der Clearingstelle begleitet.

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