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Stand: 20.05.2014

Pressemitteilung

Podiumsdiskussion

"Pathologische Glücksspieler schützen"

Diskutierten auf der Podiumsdiskussion während des Katholikentages: Staatssekretär Jürgen Mathies, WestLotto-Geschäftsführer Andreas Kötter, Suchtberaterin Verena Fieke, Prof. Dr. Gerhard Bühringer und Josef Leenders, Vorsitzender des Diözesancaritasverbandes Münster.Diskutierten auf der Podiumsdiskussion während des Katholikentages: Staatssekretär Jürgen Mathies, WestLotto-Geschäftsführer Andreas Kötter, Suchtberaterin Verena Fieke, Prof. Dr. Gerhard Bühringer und Josef Leenders, Vorsitzender des Diözesancaritasverbandes Münster (von links).

Dagegen sei nichts einzuwenden, solange Menschen nicht ausgenutzt und abhängig gemacht werden, sagt Josef Leenders, Vorsitzender des Diözesancaritasverbandes Münster auf einer Podiumsdiskussion, während des Katholikentages. Er wünsche sich hierfür eine "große Achtsamkeit" bei allen Beteiligten. Die Anbieter müssten sich selber an Spielregeln halten.

Suchtexperte Prof. Dr. Gerhard Bühringer sieht es ähnlich: "Der Staat ist rechtlich verpflichtet, pathologische Glücksspieler zu schützen." Nötig sei eine bundeseinheitliche Regelung. Rund 200.000 Menschen in Deutschland gelten als pathologische Glücksspieler, so der Wissenschaftler. Wichtig sei auch die Aufklärung über Gewinnchancen.

Transparenz, Sicherheit und Vertrauen zu einem Anbieter sind beim Glücksspiel entscheidend. "Die Verbraucher müssen sich darauf verlassen können, dass ihre Tipps in sicheren Händen sind. Das geht nur, wenn alle Anbieter auf dem Markt sich an einheitliche Verbraucherschutzregeln halten und bestimmte Werte erfüllen", so WestLotto-Geschäftsführer Andreas Kötter. Er wünsche sich eine einvernehmliche Regulierung, "die die illegalen Angebote im Internet stärker in den Blick nimmt".

Auch NRW-Staatssekretär Jürgen Mathies betonte: "Der Staat muss suchtkranke Menschen schützen." Im Ziel seien sich alle Bundesländer darin einig, nur über den Weg gebe es unterschiedliche Auffassungen.

 In fünf Jahren wünsche sie sich eine zentrale Sperrmöglichkeit für pathologische Glücksspieler, betonte  Suchtberaterin Verena Fieke vom Caritasverband für die Stadt Münster e. V.  Sie berät in der anerkannten Fachstelle Glücksspielsucht rund 100 Klienten im Jahr. Eine Glücksspielsucht wirke sich oft verheerend für die Betroffenen aus, berichtete sie aus der Beratungspraxis.

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