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Stand: 08.06.2018

Pressemitteilung

Integration in der Pflege

"Von der Entwicklung profitieren alle"

Wissen, dass Pflege gute Deutschkenntnisse benötigt: Dr. Gabriele Bieling unterrichtet ehrenamtlich im Wohnstift am Südpark Akar Kareem, Renata Slawinski, Niculae Nigoletta Corina und Karyna Petrykanyn (von links). Wissen, dass Pflege gute Deutschkenntnisse benötigt: Dr. Gabriele Bieling unterrichtet ehrenamtlich im Wohnstift am Südpark Akar Kareem, Renata Slawinski,Corina Niculae Nicoleta und Karyna Petrykanyn (von links). Wenzel

„Ich setze eigens ein Fachbuch mit Begriffen aus der Pflege ein“, sagt die frühere Lehrerin an der Marienschule. Den Sprachkursus gibt sie ehrenamtlich; im Altenwohnheim engagiert sie sich zudem in der Seelsorge.

Bei der Ausbildung und Integration junger Fachkräfte aus anderen Ländern geht die Einrichtung der Caritas Münster neue Wege: „Wir wollen zeigen, das Thema ist uns wichtig“, sagt Pflegedienstleiter Tobias Sandkämper. Hoch motiviert seien die neuen Kolleginnen. Ihnen sei bewusst, wie wichtig gute Deutschkenntnisse in der Pflege seien. „Der Sprachkursus hilft mir und bringt mich weiter“, sagt Renata Slawinski aus Polen. Ihr vierjähriger Sohn Maik wird während des Unterrichtes am späten Nachmittag von den Schülerinnen Lea Riechmann, Lina Otte und Michélle Pfeifer betreut.

Kursteilnehmerin Akar Kareem aus dem Irak möchte sich weiterentwickeln, im Sommer nach dem Praktikum mit dem Freiwilligen Sozialen Jahr im Wohnstift beginnen. Später mit verbesserten Deutschkenntnissen das Abitur angehen. „Dafür muss ich besser schreiben können. Dabei hilft mir Frau Dr. Bieling.“

Doch nicht nur mit dem Sprachkursus fördert das Wohnstift Mitarbeitende. „Wir schätzen privates ehrenamtliches Engagement, wollen Integration aber auch mit einem Stellenanteil im Haus verankern“, sagt Tobias Sandkämper. Deshalb beschloss er zusammen mit Einrichtungsleiter Ulrich Löser, dass Kulturgeragogin Simone Lutterbey zusätzlich acht Stunden in der Woche als Integrationsbeauftragte arbeitet. „Mit geht es darum, dass wir uns alle gegenseitig unterstützen“, sagt sie nicht nur mit Blick auf die zugewanderten Fachkräfte. Ein gemeinsamer Kochkursus hat den Austausch und gegenseitige Wertschätzung bereits gefördert. Und Missverständnisse ließen sich so schnell aus der Welt schaffen. So deckte eine Praktikantin immer Kaffeetassen zum Mittagessen. „In ihrer Kultur gehörte das dazu“, erläutert Lutterbey.

„Wir haben Menschen aus 14 unterschiedlichen Nationen im Haus“, zeigt Tobias Sandkämper die Bedeutung interkultureller Kompetenz auf. „Je besser wir unsere Mitarbeitenden fördern und integrieren, desto besser sei auch die Pflege und Betreuung der Bewohner. „Von der Entwicklung profitieren alle“, betont Ulrich Löser.







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