Hilfe und Beratung

Frühe Hilfe für verzweifelte Eltern

 

Eine Mutter tröstet ihr schreiendes Kind. Eine Mutter tröstet ihr schreiendes Kind. Piotr Marcinski

Übernächtigt zu sein - das kennen junge Eltern mit einem Baby oder Kleinkind nur zu gut. Mal sind es Blähungen, mal ein Zähnchen das kommt - und schon ist es mit der Nachtruhe vorübergehend vorbei. Es gibt aber auch Säuglinge und Kleinkinder, die scheinbar ohne Ursache sehr häufig schreien, sich nicht beruhigen lassen und ihre Eltern leicht an den Rand der Verzweiflung bringen.

Beziehungen pflegen

Auch wenn die kleinen Erdenbürger nicht essen oder trinken wollen, nicht durchschlafen oder sich nicht so entwickeln wie andere Babys, zweifeln Mutter und Vater häufig an sich selbst. Finden Eltern keinen Zugang zu ihrem eigenen Kind, können schnell Gefühle wie Ohnmacht, Frustration, Wut oder Depression bei ihnen entstehen. Diese stören die ansonsten von Fürsorge und Geborgenheit geprägte Beziehung zum eigenen Kind nachhaltig und gefährden Gesundheit, gar Leben des Säuglings, das belegen wissenschaftliche Untersuchungen.

Einsatz der Videokamera

Wenn Eltern die Nerven durchgehen, sie etwa ihr Kind schütteln, droht unmittelbare Lebensgefahr. Das Trauma, das dadurch entstehen kann, ist die häufigste Todesursache von Säuglingen im zweiten Lebenshalbjahr. Caritas-Mitarbeiterin Petra Kreuter als Projektleiterin wird entwicklungspsychologisch beraten und dabei auch die Videokamera einsetzen. Dadurch sollen Fähigkeiten von Kind und Eltern gefördert werden, ihr Verhalten zu steuern. Außerdem sollen Vater und Mutter für die Ausdrucksmöglichkeiten ihres Kindes sensibilisiert und ihr Selbstwertgefühl gestärkt werden.

Entlastung im Alltag

Im Anschluss gibt es auch die Möglichkeit, dass so genannte Familienpaten die Eltern im Alltag entlasten. Bei Bedarf können auch weitere Hilfen angeboten werden.
 Das neue Angebot der Caritas Münster passt in das vom Rat der Stadt beschlossene Vorbeugungskonzept "Frühe Hilfen in Familien" und wird vom Caritasverband für die Diözese Münster unterstützt. Erste Anlaufstelle für Ratsuchende ist eine Sofortsprechstunde im Haus der Caritas in der Josefstraße 2.

Offene Sprechstunde im Haus der Caritas, Josefstraße 2: Dienstag 9.30 Uhr bis 11.30 Uhr.