Erschienen am: 07.07.2026
Krisen prägen den Alltag vieler Münsteraner
Delegiertenversammlung / Caritasrat entlastet
Münster. Krisen prägen den Alltag vieler Münsteraner. Dies machten die Vorstände Sebastian Koppers und Thomas Schlickum in einer Delegiertenversammlung klar. Deren Teilnehmer werden von den katholischen Pfarrgemeinden in der Stadt Münster, Fachverbänden und korporativen Mitglieder entsandt.

Suchttherapeutn Verena Fieke. „Im Selbstbild sehen sich die Nutzer:innen als Experten, übersehen aber dabei, dass die Anbieter am Ende immer gewinnen.“
So belasten hohe Mieten Menschen ebenso wie die gestiegenen Energiekosten. Dies führt dazu, dass fast jeder zehnte Haushalt in Münster verschuldet und die Zahl wohnungsloser Menschen in den Jahren 2024 und 2025 gestiegen ist. In der Langzeitpflege fehlen stationäre Plätze. Für zugewanderte Menschen sind die Beratungs- und Hilfsangebote durch die Öffentliche Hand massiv gekürzt worden. Die Caritas in Münster sieht diese aber als so wichtig an, dass sie weitergeführt werden.
Fördermittel für Projekte für benachteiligte Jugendliche auf dem Weg in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt sind ebenfalls zusammengestrichen worden. Wie wichtig diese sind, zeigt sich beispielsweise darin, dass bundesweit ein Drittel aller Ausbildungen abgebrochen werden. In der Jugendberufshilfe sei es gelungen, wichtige Maßnahmen zu erhalten, informiert die Caritas Münster in einer Pressemitteilung.
Übergreifend lasse sich feststellen, dass die allgemeine Krisenstimmung auch starke Auswirkungen auf das Familiensystem hat. „Menschen, die sich an uns wenden, leiden oft an existenziellen Nöten und beruflichen Unsicherheiten, Nachwirkungen der Corona-Krise und deren psychische Folgen, Kriegen in der Welt, sowie übermäßigem Medienkonsum.“
Bei dem katholischen Wohlfahrtsverband in Münster arbeiten 1095 Menschen in der Pflege, Pädagogik, sozialen Beratung und der Aus- und Fortbildung. Hinzu kommen rund 700 Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren. „Unsere Mitarbeitenden sind das wertvollste Potential der Caritas Münster. Durch ein gewonnenes Förderprojekt des Europäischen Sozialfonds konnten wir unser Recruiting stärken“, erläuterten die Vorstände. „Die Caritas Münster ist internationaler du vielfältiger geworden. Aus diesem Grund ist eine Stelle Integrationsmanagement geschaffen worden“, berichtete Thomas Schlickum.
Als wichtige Aufgabe sieht es die Caritas Münster an, sozialpolitisch die Stimme für Benachteiligte zu erheben und sich für Demokratie einzusetzen. „Wir haben uns sehr gerne an der Kampagne: ,Mensch Münster. Lebe Freiheit!‘ beteiligt‘ und engagieren uns in Gremien und öffentlich für Menschen in Notlagen“, so Caritas-Vorstand Sebastian Koppers.
Der Vorstand stellte den Delegierten auch Neubau- und Sanierungsprojekte von Caritas-Gebäuden vor, die sowohl für Klienten als auch für Mitarbeitende neue Möglichkeiten eröffnen.
Die Delegierten entlasteten einstimmig den Caritasrat, das Aufsichtsgremium der Caritas Münster. Dessen Vorsitzende Yanti Stroetmann hatte in ihrem Bericht die Prinzipien Gemeinwohl, Solidarität, Subsidiarität und Nachhaltigkeit als handlungsleitend in der Caritas-Arbeit betont.
