Erschienen am: 23.06.2026

 

„Sportwetten gefährden besonders junge Menschen“

Suchtberatung der Caritas Münster fordert Alterskontrollen und Werbeverbot

Münster. Zur Fußball-Weltmeisterschaft fordert die Caritas strengere Jugendschutz- und Alterskontrollen für Sportwetten und ein umfassendes Werbeverbot. Sportwetten werden immer häufiger auf Social-Media-Plattformen beworben, die gezielt an junge Menschen ausgespielt werden. Verschiedene Studien zu Geldspielwerbung sowie Erfahrungen in der Suchtberatung der Caritas Münster zeigen, wie schnell jungen Menschen problematisches Spielverhalten droht, Abhängigkeit und Überschuldung sind typische Folgen. „Die Menschen in meiner Reha-Gruppe Glücksspielsucht werden unruhiger“, ist die Erfahrung von Suchttherapeutin Verena Fieke bei der Caritas Münster. Der Werbung für Sportwetten können sie derzeit kaum entgehen. Diese suggeriert einen selbstverständlichen und normalisierten Zusammenhang von Sport und Wetten.

 

 

 

 

Suchttherapeutn Verena Fieke. „Im Selbstbild sehen sich die Nutzer:innen  als Experten, übersehen aber dabei, dass die Anbieter am Ende immer gewinnen.“

 

Gerade junge Nutzerinnen und Nutzer merkten oft nicht, dass sie gezielt zu einem Glücksspiel angesprochen werden. Die Folgen spürt die Suchttherapeutin in ihrer täglichen Beratungspraxis. Die Nutzer laufen Gefahr, immer riskantere Sportwetten abzuschließen. „Im Selbstbild sehen sie sich als Experten, übersehen aber dabei, dass die Anbieter am Ende immer gewinnen.“

Einmal in den roten Zahlen werde oft versucht, durch immer höhere Einsätze die Scharte auszuwetzen. „Verschuldungen von 30.000 Euro kommen in unserer Beratung vor.“ Dies führe zu Schwierigkeiten am Arbeitsplatz. „Die Gedanken unserer Klienten kreisen nur um das nächste Spiel.“ Dies belastet auch Partnerschaften und Familien derjenigen, die abhängig von Glücksspielen sind.

Die Caritas fordert deshalb auch Präventionsangebote in Schulen und Sportvereinen verlässlich zu finanzieren und die Gefahren des Glücksspiels auch in der Ausbildung von Trainern und Trainerinnen zu berücksichtigen.

Die anerkannte Fachstelle Glücksspielsucht der Caritas Münster ist per Telefon unter 0251 53009-341, per Mail suchtberatung@caritas-ms.de oder in der Offenen Sprechstunde jeden Montag von 16:00 bis 17:30 Uhr erreichbar. „In der Regel versuchen wir innerhalb von 14 Tagen einen Erstkontakt zu ermöglichen“, sagt Verena Fieke.