Erschienen am: 09.09.2026
Caritas rückt Suizidprävention bei jungen Männern in den Fokus
Kurzfilmreihe macht auf Sprachlosigkeit aufmerksam – „Ein Gespräch kann Leben retten
Münster/Berlin. Zum Welttag der Suizidprävention wendet sich die Caritas mit einer dreiteiligen Kurzfilmreihe an junge Männer und appelliert eindringlich „Frag nach. Hör zu. Rede drüber“. Die Fakten sind bedrückend: Suizid ist die häufigste Todesursache bei Menschen unter 25. Drei von vier Menschen, die durch Suizid sterben, sind Männer. Männer suchen seltener Hilfe in Krisen. Viele Männer lernen zu schweigen, anstatt zu sprechen. Hinzukommt, dass rund die Hälfte aller Jugendlichen und jungen Erwachsenen angeben, unter Einsamkeit zu leiden.

Diplom-Psychologin Susanne Vogeley stellte das Suizid-Präventionsangebot [U25 ] während des NRW-Tages in Münster Interessierten vor.
Foto: Michael Bönte
Caritas-Vorstand Sebastian Koppers: „Wir als Caritas Münster engagieren uns auf vielen Ebenen in der Krisenhilfe und für Suizidprävention. Mit der Kurzfilmreihe wollen wir als Caritas eindringlich zeigen: Ein Gespräch kann Leben retten!“
Die eindrücklichen szenischen Kurzfilme zeigen junge Männer in unterschiedlichen mentalen Krisen. Die Filme erzählen von der Schwierigkeit, sich mitzuteilen, Nähe zuzulassen, einen Zugang zueinander zu finden, und davon, wie Vorstellungen von Männlichkeit diese Distanz verstärken können. Die Reihe wurde mit einem größtenteils ehrenamtlich arbeitenden Team aus Filmschaffenden realisiert und durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.
Bereits seit 2001 bietet die Caritas mit der [U25] Online-Suizidprävention Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine niedrigschwellige, kostenlose und vertrauliche Online-Beratung, die Hürden für den ersten Schritt in die Hilfe zielgruppenspezifisch senkt. In Münster besteht das Angebot seit dem Jahr 2022. Die Beratung erfolgt durch Gleichaltrige („Peers“) über das Online-Beratungssystem der Caritas und holt die jungen Menschen in ihrer Lebensrealität ab. In Münster sind im Jahr 2025 152 junge Menschen in Krisen begleitet worden.
Die Caritas Münster widmet sich zudem seit Jahren der Beratung von Jungen und Männern in der Krisen- und Gewaltberatung.
Die Caritas fordert, dass der Bundestag noch in diesem Jahr 2026 ein Suizidpräventionsgesetz verabschiedet, das die flächendeckende Verfügbarkeit solch wirksamer und niedrigschwelliger, nach Risikogruppen ausdifferenzierte Maßnahmen der Suizidprävention sicherstellt. Suizidprävention dürfe nicht nur in Form von Projekten gefördert bleiben.
Die Filme werden u.a. über die Online- und Social Media-Kanäle der Caritas in Deutschland ausgespielt.
