Erschienen am: 29.10.2026
Demenz verstehen und Menschen begleiten
Informationsabend in der Tagespflege Albachten
Münster-Albachten. Wie verändert eine Demenzerkrankung das Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen? Welche Ursachen gibt es, und wie kann ein wertschätzender Umgang gelingen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich ein Informationsabend der Tagespflege Albachten der Caritas Münster am Mittwochabend. Die Veranstaltung vermittelte den rund 50 Gästen grundlegendes Wissen über Demenz, zeigte die Auswirkungen der Erkrankung auf den Alltag auf und gab praktische Handlungsempfehlungen für Angehörige und Interessierte. Zudem gab es die Möglichkeit, sich auszutauschen.

Heike Lammerskötter (links) und Anne Böger bei der Erläuterung einer Präsentation während des Informationsabends.
Zu Beginn erläuterten Tagespflege-Leiterin Heike Lammerskötter und Sozialarbeiterin Anne Böger, was unter Demenz verstanden wird. Es handelt sich um eine Erkrankung des Gehirns, bei der Nervenzellen und ihre Verbindungen zunehmend geschädigt werden. Besonders betroffen sind zunächst das Kurzzeitgedächtnis und die Fähigkeit, neue Informationen zu speichern. Im weiteren Verlauf gehen nach und nach Erinnerungen, Kenntnisse und Fertigkeiten verloren, die über viele Jahre erworben wurden.
Die Referentinnen machten deutlich, welche Auswirkungen die Erkrankung auf den Alltag haben kann. Gedächtnisprobleme, Sprachstörungen, Schwierigkeiten bei der Orientierung oder Einschränkungen im Urteilsvermögen führen häufig dazu, dass Betroffene und Angehörige dieselbe Situation unterschiedlich wahrnehmen. Dies kann zu Unsicherheiten, Missverständnissen und Konflikten führen.
Ein wichtiger Teil des Abends widmete sich deshalb dem Verständnis herausfordernder Verhaltensweisen. Oft steckt hinter auffälligem Verhalten ein unerfülltes Bedürfnis. Unruhe, Rückzug oder Ablehnung können beispielsweise Ausdruck von Angst, Orientierungslosigkeit, Einsamkeit oder dem Wunsch nach Sicherheit sein. Statt ausschließlich auf das Verhalten zu reagieren, soll-ten Angehörige versuchen zu erkennen, welches Bedürfnis dahintersteht.
Darüber hinaus wurden verschiedene Möglichkeiten vorgestellt, die Lebensqualität von Menschen mit Demenz zu fördern. Dazu gehören Erinnerungsarbeit, biografieorientierte Angebote, Bewegungsaktivitäten, Musik, Humor, Tierkontakte sowie Sinnesangebote wie Aromapflege oder Klangmassagen. Solche Maßnahmen können positive Gefühle wecken, Erinnerungen aktivieren und vorhandene Fähigkeiten unterstützen.
Zum Abschluss fassten die Referierenden die wichtigsten Empfehlungen zusammen: Menschen mit Demenz sollten in ihrer jeweiligen Lebensrealität angenommen werden. Gefühle verdienen Anerkennung, auch wenn die zugrunde liegenden Erinnerungen oder Aussagen nicht der objektiven Wirklichkeit entsprechen. Ebenso wichtig ist es, persönliche Gewohnheiten, Lebensthemen und Bedürfnisse in die Begleitung einzubeziehen.
