Erschienen am: 03.11.2026
Generationen von Kindern und Familien unterstützt
Heilpädagogischer Hort feiert 60. Geburtstag / Angebot ist aktueller denn je
Münster. Der heilpädagogische Hort der Caritas Münster begleitet Kinder im Alter von sechs bis 13 Jahren deren Entwicklung besondere Unterstützung erfordert. In kleinen Gruppen und in enger Zusammenarbeit mit den Familien werden sie gefördert, um ihnen Teilhabe, Bildungserfolg und soziale Entwicklung zu ermöglichen. Seit 60 Jahren steht die Einrichtung damit für ein Angebot, das Kindern neue Chancen eröffnet und Familien verlässliche Unterstützung bietet. Hinter den Zahlen stehen unzählige Erfolgsgeschichten, die das Jubiläum zu einem besonderen Anlass machen, informiert die Caritas Münster in einer Pressemitteilung.

Eines von vielen Angeboten im Heilpädagogischen Hor, um Kinder zu fördern. Freitags wird musiziert.
Dass dieses Angebot wirkt, belegen auch wissenschaftliche Untersuchungen. Die bundesweite EVAS-Studie, die als wichtigste Langzeituntersuchung zur Wirksamkeit erzieherischer Hilfen gilt, weist für teilstationäre Angebote wie heilpädagogische Horte eine hohe Erfolgsquote nach. Bei einem Großteil der betreuten Kinder reduzieren sich Verhaltensschwierigkeiten/herausforderndes Verhalten und psychische Belastungen deutlich. Gleichzeitig tragen die Angebote dazu bei, schulische Teilhabe zu sichern, Schulverweigerung vorzubeugen und die Entwicklung der Kinder nachhaltig zu stabilisieren.
„Kinder brauchen Orte, an denen sie verstanden, ihre Stärken gesehen werden, Autonomie und Freiheit erfahren und nach ihren Bedarfen gefördert werden“, betont Jörg Bäumer, Leiter der Einrichtung. Lernzeit, Musik und theaterpädagogische Angebote, gemeinsames Kochen und Backen, Bewegung – vor allem aber freies Spielen machen den Hort zu einem Ort, in dem sich Kinder nach der Schule gut entwickeln können.
Dabei steht das Kind im Mittelpunkt. Ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit ist aber auch die enge Zusammenarbeit mit den Familien. Regelmäßige Beratungsgespräche, gemeinsame Zielvereinbarungen und eine intensive Begleitung im Alltag stärken das gesamte Familiensystem. So können Probleme frühzeitig aufgefangen und Perspektiven für eine positive Entwicklung geschaffen werden. Enger Kontakt besteht ebenfalls zu den Schulen. „Ein wichtiges Ziel ist, dass die Kinder wieder in die Nachmittagsstrukturen der zurückkehren können“, sagt Jörg Bäumer.
Heute wie vor 60 Jahren verfolgt der heilpädagogische Hort das Ziel, Kindern gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen und ihre Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben zu verbessern. Das Jubiläum ist deshalb nicht nur Anlass zum Feiern, sondern auch ein Zeichen für die bleibende Bedeutung eines Angebots, das Generationen von Kindern und Familien begleitet und unterstützt hat.
„Wenn wir über die Zukunft des Sozialgesetzbuches VIII sprechen, dürfen wir nicht nur über Strukturen und Zuständigkeiten reden. Entscheidend ist, was bei den Kindern und ihren Familien ankommt. Der heilpädagogische Hort zeigt seit vielen Jahren, wie individuelle Förderung, soziale Teilhabe und die Unterstützung von Familien miteinander verbunden werden können. Diese Qualität und Vielfalt der Hilfen müssen wir auch bei künftigen Reformen bewahren“, betont Caritas-Vorstand Sebastian Koppers.
