Wir sind durch die Stellenausschreibung der Ausbildungsstelle von der Caritas Münster auf das Auslandspraktikum aufmerksam geworden. Dort wurde das Angebot erwähnt. Gleichzeitig wurde das Angebot auch bei der IHK veröffentlicht. Das Thema war dann auch im ersten Vorstellungsgespräch präsent, da unsere Ausbilderin sich über das Auslandspraktikum bei der IHK informiert hatte und uns einige Informationen geben konnte.
Wir haben uns für ein Auslandspraktikum entschieden, um erste Erfahrungen im Ausland sammeln zu können. Die Möglichkeit, unsere Fähigkeiten im Ausland zu erproben, erschien uns als eine wertvolle Gelegenheit, insbesondere angesichts des geringen Eigenanteils, den man selbst tragen muss.
Ein wesentlicher Anreiz für uns war auch die Aussicht, unsere Englischkenntnisse zu verbessern bzw. zu vertiefen.
Die Wahl für ein Praktikum in Schwedens beruhte auf verschiedenen Gründen. Zum einen ist bekannt, dass das Arbeitsleben dort sehr angenehm sein soll. Gleichzeitig hatten wir ein starkes Interesse an den nordischen Ländern und der Region. Wir wollten die Chance nutzen, das Land hautnah kennenzulernen und zu erkunden.
Außerdem waren wir sehr zuversichtlich, dass dieses Auslandspraktikum nicht nur unsere persönliche Entwicklung vorantreiben würde, sondern auch einen wertvollen Beitrag zu unserem beruflichen Werdegang leisten wird.
Wir waren in einer Doppelhaushälfte, eine Art Ferienhaus, im ländlichen Stadtviertel Borgeby untergebracht, etwa 20 Autominuten vom Stadtzentrum Lund entfernt. Das Haus bietet Platz für bis zu 6 Personen, wobei jeder sein eigenes Zimmer hatte. Zusätzlich standen gemeinschaftliche Räume wie die Küche und das Wohnzimmer zur Verfügung, was uns die Möglichkeit bot, uns selbst zu verpflegen. Da die Unterkunft gestellt wurde, hatten wir keine Auswahlmöglichkeit bezüglich des genauen Wohnorts.
Wir waren beeindruckt von der Kommunikation innerhalb der Teams und angenehm überrascht von der Internationalität in den Unternehmen.
In Schweden werden regelmäßig kleine Fika-Sitzungen veranstaltet, bei denen sich die Teammitglieder in einer entspannten Atmosphäre austauschen können, ähnlich wie bei informellen Teamsitzungen. Diese Fikas fanden in der Regel jeden Morgen von 9:00 bis 09:30 Uhr online über Teams statt. Zusätzlich gab es jeden Freitag eine kleine Fika, die eine Rückblick auf die vergangene Woche und einen Ausblick auf die kommende Woche bot. Dabei wurde stets auch darauf geachtet, wie es den einzelnen Teammitgliedern geht.
Entgegen unseren Erwartungen war der Leistungsdruck am Arbeitsplatz insgesamt geringer als erwartet. Die Atmosphäre war stets entspannt und locker, was zu einer angenehmen Arbeitsumgebung beitrug.
Jeden Morgen haben wir die Arbeitsstelle mit dem Bus und der Tram erreicht, was insgesamt etwa 45 Minuten in Anspruch nahm. Die Kosten für die Tickets haben wir selbst getragen.
Unser Arbeitstag begann um 09:00 Uhr, gefolgt von einer kleinen Fika von 09:00 bis 09:30 Uhr, die jeden Morgen stattfand. Von 09:30 bis 12:00 Uhr widmeten wir uns unseren Aufgaben. Anschließend hatten wir eine einstündige Mittagspause bis 13:00 Uhr und setzten dann unsere Arbeit bis 16:00 Uhr fort.
Anfangs stellte die sprachliche Barriere eine Herausforderung dar, um die genaue Aufgabenstellung zu verstehen. Wir haben uns jedoch im Zweifelsfall mit Hilfe von Google Übersetzer beholfen, und nach einigen Tagen war das auch kein Problem mehr für uns.
Wir waren sehr von dem starken Zusammenhalt im Team überrascht, der wahrscheinlich auch durch die regelmäßigen Fikas gefördert wurde. Es war beeindruckend zu sehen, wie sehr in Schweden die Themen Work-Life-Balance und mentale Gesundheit gelebt werden.
In den Teams gab es Mitarbeitende verschiedener Nationalitäten, und jede:r war stets äußerst höflich und freundlich. Eine ausgeprägte Hierarchie war nicht vorhanden, und die Arbeitsatmosphäre war immer entspannt und locker.
Wir waren damit beschäftigt, Social-Media-Beiträge zu erstellen und Statistiken von Plattformen wie Instagram und anderen sozialen Medien zu analysieren. Zusätzlich übersetzten wir Teile der Website, führten Internetrecherchen durch und tauschten uns mit den Kolleg:innen zu diesen Themen aus. Trotz der begrenzten Zeit konnten wir einen umfassenden Einblick in das Unternehmen erhalten.
Wenn man Interesse an einem solchen Auslandspraktikum hat, sollte man sich vorher gut über das Land informieren, insbesondere über die Möglichkeiten des Praktikumseinsatzes. Viele Informationen dazu findet man beispielsweise auf dem Instagram-Account der Industrie- und Handelskammer, auf dem umfassende Informationen über die verschiedenen Länder bereitgestellt sind, in denen Praktika angeboten werden.
Des Weiteren ist es wichtig, sich im Vorfeld über den konkreten Arbeitsort zu informieren. Es ist auch empfehlenswert, die Englischkenntnisse vor Reiseantritt aufzufrischen und eine Kreditkarte anzuschaffen, da in vielen Ländern bargeldloses Bezahlen mit Kreditkarte üblich ist, wie in Schweden.
Um während des Auslandsaufenthalts keine wichtigen Lerninhalte zu verpassen, bieten sich die Ferienzeiten ideal für ein solches Praktikum an. Zudem ist es ratsam, im Vorfeld Kontakt mit der zuständigen Agentur vor Ort aufzunehmen, um ausreichend Informationen über den geplanten Einsatz zu erhalten und sich optimal vorzubereiten.
Wenn wir die Möglichkeit hätten, würden wir das Praktikum definitiv nochmal machen. Allerdings würden wir uns dann für ein anderes Land als Schweden entscheiden, weil das Gesundheitswesen stark von unserem abweicht und die Ausgehmöglichkeiten sehr beschränkt waren.
Kosten für private Ausflüge ca. 10-15 € je Ausflug.
Die Kosten für die Verpflegung können mit den Kosten in Deutschland verglichen werden.
Insgesamt 700 €, aber mit 500 € könnte man auch auskommen, wenn man sparsam lebt.
Die Flugkosten werden übernommen, jedoch müssen die Kosten vorgestreckt werden. Die Unterkunft wird gestellt, hierfür fallen auch keine Extrakosten an.